Archiv: Poeta Magica "Mittelalterweltmusik" 01. 07. 2005

Die KleinKunstKneipe im HR-Fernsehen
Wieder flott gemacht: Alte Post in Brensbach

"Geschindelte Fachwerkhäuser sind ein Markenzeichen des Odenwaldes. Eins, das ganz besonders gut erhalten ist, liegt in Brensbach: die Alte Post. Seit einigen Jahren ist sie wieder belebt. Dank eines Vereins, der Kleinkunst und Kultur nach Brensbach holt."
Anläßlich unserer "Poeta-Magica"-Veranstaltung am Freitag den 1.Juli 2005 wurde vom HR eine Reportage über die KleinKunstKneipe gedreht.
Der Beitrag wurde am 5. Juli in der Hessenschau gesendet.
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Hier der VideoClip:

Pressebericht von der Veranstaltung in der "Alten Post" am 1.Juli 2005
im "Odenwälder Echo", Ausgabe 5.07.2005 von Sabine Koch:

Flötenspiel lässt Windhauch spüren
Mittelaltermusik: Gruppe "Poeta Magica" entführt im Hof der Alten Post in ferne Länder und vergangene Zeiten

BRENSBACH. Das rustikale Ambiente - Holzfachwerk auf Sandsteinmauern, Wände mit Efeu und Wein begrünt - des überdachten Innenhofes der "Alten Post" war geradezu prädestiniert als Ausgangspunkt für eine musikalische Expedition "vom einen zum anderen Rand der Erdenscheibe". Unter der kundigen Führung der vierköpfigen Gruppe "Poeta Magica" wurde mit verschiedenen mittelalterlichen Instrumenten die unterhaltsame Reise angetreten.
Glanzvolle Fanfarenstöße, die Holger E. Funke durch gleichzeitiges Spielen zweier Obertonflöten erklingen ließ, gaben das Startzeichen: In "italienischen Landen" ging es los mit dem deutschen Tanz "Chanconetta tedescha". Der Troubadour, stilecht in weiten Lederstiefeln, heller Leinenhose, braunem Kilt und ebensolcher Mütze, unter der ein blonder Zopf hervorschaute, spielte nun die "schwedische Schlüsselfidel", Nyckelharpa genannt.
Bei Hofe wurde auch geliebt, und so sang Friederike Funke von der "Sehnsucht, wenn abends die Sonne versinkt". Hatte sie zuvor mit flinkem Spiel auf der Darbuka, einer Rahmentrommel, beeindruckt, so erklang nun ihre klare, kraftvolle Stimme, die gleichsam in der Höhe und Tiefe mit den Tönen eine ebenso sichere wie spielerische, vibrierende Extrovertiertheit aufweist. Ihre tänzerischen Bewegungen ließen das lange rote Kleid mit den gelben Pluderärmeln im Takt ausladend mitschwingen, während ihre lebhaften braunen Augen die zahlreichen Zuhörer anstrahlten.
Die Biografie der beiden "Poeta Magica"-Gründer Funke berichtet vom Studium der mittelhochdeutschen Philologie, Praktika bei verschiedenen Instrumentenbauern, Mitwirkung bei nationalen und internationalen Ensembles, Percussionausbildung, Jazzmusiker- und Gesangsausbildung. Friederike ist außerdem Tänzerin für Ausdruckstanz und Kostümschneiderin und hat eine Stimmbildung absolviert.
Zur aktuellen Besetzung beim Auftritt in der Kleinkunstkneipe zählten der bärtige Pferdeschwanzträger Jörgen W. Lang, der in seiner beigefarbenen Tunika die Laute spielte, und Thomas Schlitt. Im roten Hemd sorgte er für durchgängige Rhythmik mit Schlagwerk und Cajon.
Auf die Stippvisite in Spanien wurde in Frankreich ein Halt eingelegt. Harfe und Drehleier ergänzten meisterlich das musikalische Spektrum. Über 100 Instrumente aus aller Welt stehen dem Ensemble zur Verfügung, von denen einige aus der eigenen Werkstatt stammen. Zur unterhaltsamen Moderation der beiden Gründer - Friederike Funke dankte immer wieder für das laute "Handgeklapper" - zählte auch eine humorige Erläuterung der Drehleier, die laut Holger E. Funke von vielen Zeitgenossen als "Zumutung und Katastrophe" empfunden wurde. "Nerveuse", ein fetzig-gerocktes Stück aus der Bretagne, bei dem der Dudelsack schlangenbeschwörerisch hüpfte und quäkte, beendete mit gesteigertem Percussionfinale den ersten Teil.
"Multi-Kulti" charakterisiert die musikalische Palette von "Poeta Magica". Rhythmisch und nuanciert erschallte, mit schmetternder, knarziger Stimme von Holger Funke vorgetragen, das Trinklied "Humba" aus Schweden; das folkloristisch angehauchte Liebeslied aus dem Norden hingegen wurde von ihm mit zartem Harfenklang eingeleitet. Der Abstecher in den Orient bescherte dem Publikum die Begegnung mit einem Kameltreiber. "Jalla Jalla" heißt das Zauberwort, mit dem das Wüstenschiff in Bewegung gebracht wird.
Hinter den Hügeln von Transsilvanien weht ein rauer Wind - das luftige Flötenspiel machte ihn spürbar. Friederike faszinierte mit kunstvoller Imitation der Ziegenlaute - "meine Stimme klingt wie Ziegengemecker" - sagte sie lachend, während dem Dudelsackbläser Holger bei seinem expressiven Spiel gar eine Pfeife davonflog. Zurück am spanischen Königshof wurden der Nyckelharpa weiche Zupftöne entlockt, und Sängerin Friederike beklagte temperamentvoll den "Traummann", der an ihrem Balkon Richtung Wirtshaus vorbeizieht, ohne die Schöne eines Blickes zu würdigen.
Alle Ensemblemitglieder sind Multi-Instrumentalisten und verdienen mit der "Medieval World Music" (Mittelalterweltmusik) ihren Lebensunterhalt. "Poeta Magica" besteht seit zehn Jahren und gab Konzerte im In- und Ausland. Das Liefern von Filmmusiken (unter anderem für die US-Serie "Exotic Islands") gehört ebenso zum Metier wie die Gestaltung von Banketten, Stadtfesten, Mittelaltermärkten und Burgfesten.
Das Publikum sang bei der abschließenden Zugabe fröhlich mit; die Begeisterung über die fremdländischen Musikerlebnisse hatte sich von Anfang an in Mitklatschen und "Fußgeklapper" geäußert. Auch ein Aufnahmeteam des Hessischen Rundfunks hatte den Weg zur Mittelalterweltmusik nach Brensbach gefunden


Link zum Bericht im Odenwälder Echo


Bilder vom 1.07.05 in der KleinKunstKneipe "Alte Post":

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pressebild: