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| Archiv: Michael Parléz "Geheimwitzvoll..." 11.12. 2010 |
Text vom Pressebericht "Ausgefeilte Tricks, gekonnte Ablenkung" mit Michael Parléz im "Odenwälder Echo" vom 15.12.2010 von Kirsten Sundermann:
Ausgefeilte Tricks, gekonnte Ablenkung
Kleinkunst: Magier Michael Parléz verblüfft sein Publikum in der Brensbacher Alten Post mit Zauberkünsten, denen die Zuschauer auch aus nächster Nähe nicht auf die Schliche kommen
BRENSBACH.
Für viel Verblüffung sorgte Magier Michael Parléz in der Brensbacher Alten Post. Denn wenn die Zuschauer auch - den Zwängen des kleinen Lokals gehorchend - dem Zauberkünstler praktisch hautnah auf die Trickkiste rücken konnten, so schafften sie es bei aller Aufmerksamkeit doch nie, dem Meister auf die Schliche zu kommen. Den winzig kleinen Moment zu erhaschen, in dem er (vermutlich) das zerschnittene Seil gegen ein intaktes, den Löffel gegen eine Gabel, das pure Nichts gegen Tomaten oder Orangen austauschte. Der Reiz des Abends und die Faszination des 42 Jahre alten Kleinkünstlers lagen auch darin, dass er stets engen Kontakt zum Publikum hielt, dabei zahlreiche Anekdoten zum Besten gab, dumme Witze machte, und vor allem scheinbar bereitwillig seine eigenen Tricks erklärte. »Zauberei ist nichts als Schnelligkeit, Fingerfertigkeit und die Fähigkeit zur Ablenkung«, plauderte er plausibel - und hatte mittlerweile ein neues, unerklärliches Wunder vollbracht.
Anja, Jutta, Ulla, Ingrid, Käthe und Stella - im Lauf des Abends lernten die Gäste eine ganze Reihe von Mitbesuchern kennen. Denn die Einbindung des Publikums gehört zum Erfolgsrezept des aus Freiburg stammenden Profis, der schon für den Kleinkunstpreis des Landes Baden-Württemberg nominiert worden war und in Variétéshows gelegentlich vor Hunderten von Gästen auftritt. In Brensbach, wo alles wesentlich kleiner und intimer ablief, spielten die genannten Damen jedenfalls alle bereitwillig mit, zogen Spielkarten, die sich verwandelten, dachten sich komplizierte Wörter aus, die der Meister dank seiner telepathischen Fähigkeiten erriet, umklammerten Portemonnaies, die nur aus einem Metallbügel bestanden, und aus denen Parléz gleichwohl später grüne Seidentücher zupfte.
Nun ja, vielleicht spielte die kleine Prise Zaubersalz eine Rolle, die der Meister hin und wieder dazu gab. Ganz ohne Salz schaffte es jedoch Jutta aus Nieder-Kainsbach, ein vom Publikum geliefertes Fünfzig-Cent-Stück in eine vorher sorgfältig untersuchte, durchsichtige Bierflasche zu schnipsen, damit herum zu klappern und sie auch wieder zu befreien - ohne dass sie selbst oder die anderen Gäste verstanden hätten, wie das alles geschehen konnte.
Und auch warum sich im Einwickelpapier des von Gero aus Güttersbach liebevoll gehüteten Kaugummistreifens plötzlich eine mehrfach gefaltete Spielkarte befand, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Die Besucher der unter dem Namen »Magie und Witz« laufenden Show jedenfalls waren hellauf begeistert, umso mehr, als sich der Meister auch noch als munterer Bauchredner entpuppte, der zusammen mit seinem Vogel-Maskottchen Alfredo weitere Späße vom Stapel ließ.
Und der war sich auch nach dem Ende der Vorstellung nicht zu schade, im kleinen Kreis mit weiteren Kartentricks aufzuwarten. Fazit: Ein rundum zauberhafter Abend.
Fotos des Abends:

