Archiv: Paddy Schmidt "Irish Folk" 16. 05. 2008
Pressebericht von der Veranstaltung in der "Alten Post" am 16. Mai. 2008
im "Odenwälder Echo", Ausgabe 19.Mai 2008

Der Barde mit der rauchigen Stimme
Kleinkunst: Paddy Schmidt überzeugt mit melodischem Folkrock in der „Alten Post“

BRENSBACH. Nicht alle Jahre wieder, aber in fast schon regelmäßigem zweijährigem Turnus, gastiert mit Paddy Schmidt einer der bekanntesten deutschen Folkrock-Stars in der Kleinkunstkneipe Alte Post. So auch am Wochenende, als der beliebte Barde wieder in der ausgebauten ehemaligen Scheune dieses denkmalgeschützten Gebäudes eine Kostprobe seines Könnens gab. Paddy, wie er nur genannt wird, ist ein Mann der Masse: Auch vor seinem Auftritt nahm er sich noch die Zeit, mit dem Zeitungskritiker einige Sätze zu wechseln.

Der Gründer und Frontmann der Band „Paddy goes to Holyhead“ feiert nun schon seine zwanzigjährige Bühnenpräsenz, wovon er die Hälfte als Solist auf vielen Podien der musikalischen Welt gestanden hat. Rund 250 Auftritte pro Jahr zeugen von der großen und ungebrochenen Leidenschaft dieses Barden, der stets die Nähe zu seinem Publikum sucht, sich von diesem oft inspirieren lässt und sich letztlich auch nicht sonderlich von ihm unterscheidet.

Für das kommende Jahr will Paddy eine neue CD in Angriff nehmen und „sammelt dafür schon fleißig Material“. Der Künstler schwärmt von der Brensbacher Kleinkunstkneipe, denn für ihn hat sie „Folktradition und ein gewachsenes Publikum mit dem Flair eines Theaters“ und daher kehrt er immer wieder gerne hierher zurück.

Für diesen Abend hatte er einen „Mix aus eigenen Liedern mit irischen Klassikern und eigenwilligen Interpretationen“ versprochen und im Stile eines Entertainers führte er sein Publikum auf die Reise seiner „Musik zum Zuhören“. Ausgerüstet mit Gitarre, Harmonika und seiner unverwechselbaren rauchigen Stimme brannte er ein melodisches Feuerwerk irischen Folkrocks ab, das die begeisterten Zuhörer, die sogar von Thüringen den Weg ins Gersprenztal auf sich genommen hatten, immer wieder zu Begeisterungsstürmen hinriss und selbstverständlich auch zum Mitsingen animierte. Die Lieder über seine zweite Heimat Irland, dessen Hauptstadt Dublin und die Menschen dieses Landes bildeten das musikalisches Fundament für diesen gut zweieinhalbstündigen Auftritt, wobei er diesen mit Songs bekannter Interpreten wie Simon und Garfunkel, Billy Joel oder Robert Barnes und den Dubliners mischte.

Stücke wie das Antikriegslied „Guns and Drums“ zeugten von seinen zweifellos sozialkritischen Gedanken, die sich scheinbar nicht nur in seiner Musik und seinen Liedern niederschlagen. So besang er den Siegeszug der amerikanischen Baumwolle in Irland, der die heimischen Leinenhändler in Ruin und menschliches Elend stürzte und sogar vor den aktuellen amerikanischen Präsidentschaftsvorwahlen machte er nicht halt. Aber immer wieder zog es ihn in seinen Stücken zurück auf das Leben in den Städten Irlands, den Pubs und seinen Einwohnern.

Sein rauchiger Bass verursachte nicht nur bei den vielen weiblichen Fans Gänsehaut, die musikalische Begleitung mittels Gitarre und Mundharmonika perfektionierte seinen Auftritt. Im Stile eines Entertainers streute er immer wieder witzige Anekdoten oder Informationen über seine Songs ins Publikum. Paddy lies an diesem Abend einfach nichts aus, brannte ein Stakkato irischer Songs auf höchstem künstlerischem Niveau ab und bewies einmal mehr seine Extraklasse.

Aber dass er auch einer zum Anfassen und Reden ist, demonstrierte er eindrucksvoll, als er in der kurzen schöpferischen Pause an Bistrotischen die Nähe und den Kontakt mit seinen Fans suchte.

Seine gut dreißigminütige Zugabe war dann vielleicht der eigentliche Höhepunkt des Abends und die begeisterten Zuhörer bedankten sich bei ihm mit lang anhaltendem Applaus für seine eindrucksvollen Lieder. Fehlte nur noch das Versprechen, in zwei Jahren wieder zu kommen. Doch auch das will er erfüllen.

(Franz Hoffmann 19.5.2008)


Bilder vom 16.5.2008 in der KleinKunstKneipe "Alte Post":

 

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