Archiv: Hillbillies 4. 6. 2004

Text vom Pressebericht "Replik an die guten Fünfziger" mit den Beverly Hillbilies im "Odenwälder Echo" vom 7.6.04 von Sabine Koch:

Replik an die guten alten Fünfziger
Oldie-Konzert: „Beverly Hillbillies“ heizen dem Publikum in der Alten Post mit musikalischer und körperlicher Artistik kräftig ein

BRENSBACH. Stillsitzen an den Biertischgarnituren war nicht mehr – gleich beim eröffnenden Schlagzeugwirbel von Klaus Pelzer am Standschlagzeug fuhr den Besuchern der heiße Rhythmus der fünfziger Jahre in die Glieder. Dirk Allmann am Kontrabass, Andreas Finger mit seinem Saxophon und Markus Fabian an der Gitarre - alle drei zudem engagierte Sänger – brachten sofort Stimmung und Bewegung ins Publikum der Kleinkunstkneipe „Alte Post“, die sich über Mitklatschen und –singen bis zu einem flotten Jive, Boogie oder fetzigen Rock’n Roll auf der steinernen Tanzfläche bei den ganz Mutigen steigerten.

Die „Hinterwäldler“ aus Michelstadt, Mörlenbach und Vielbrunn, die im richtigen Leben als Grafik-Designer, Tontechniker beim ZDF, Ingenieur der Nachrichtentechnik und Sozialarbeiter ihr Brot verdienen, glänzten nicht nur mit zahlreichen Klassikern von Bill Haley (Rock around the clock) und Chuck Berry (Sweet little sixteen), sondern spielten auch eingängige Eigenkompositionen (inspiriert von und gewidmet den Ehefrauen und Freundinnen) und griffen bei fortgeschrittener Stimmung auch einmal in die „unterste Tanzkapellenschublade“ zu La Bamba, Tequila, dem Bananaboat Song und Bebopalula (der Hymne an die Vespas und Motorroller). Die Zuhörer waren von der Rockversion der „Saints go marchin in“ ebenso angetan wie vom „Häuptling der Indianer“ von Gus Backus und imitierten lachend das Geheul der Rothäute. Das italienische Flair vom verrockten „Che sera“ und Bona Sera“ wurde ebenfalls begeistert angenommen.

Doch es war nicht nur der authentische Sound – den die Band als einzige in Deutschland dank ihrer original alten Echolette Röhren-Gesangsanlage erzeugt – der die Besucher von den Plätzen riss: Überwältigend war auch die „mit halbartistischen Einlagen gespickte witzige Performance“. Die Musiker bewiesen neben musikalischer Flexibilität mit riskantem Körpereinsatz, dass eine Gitarre auch auf dem Rücken liegend auf einem Tisch oder dem Boden gespielt werden kann. Ein Kontrabass kann ebenso im Liegen bezupft werden und ist außerdem „begehbar“: Dirk Allmann hievte sein Instrument tatsächlich auf einen Tisch, stellte sich oben auf und musizierte in gebückter Haltung. Der Saxophonist Andreas Finger zeigte sich gleichfalls mobil und spielte auf der Treppe und durchs Küchenfenster. Nicht verwunderlich dass bei diesem Eifer eine Gitarrensaite riss und der Bassist nach der Pause Pflaster an den Fingern trug. Batschkappe und Sonnenbrille gehörten neben schwarzen Jeans und schwarz-weißen Poloshirts ebenso wie Elvis-Perücken mit Glanzhaartolle zum Outfit; Tiermasken untermalten den Affenkönig-Song aus dem Dschungelbuch.

Ihr Ziel, „den Urcountry im Odenwald salonfähig“ zu machen, hat die Anfang der neunziger Jahre gegründete Band längst erreicht und tourt, mittlerweile auch als BHs bekannt, durch den gesamten deutschsprachigen Raum. Nach dreistündiger, mitreißender Darbietung und zahlreichen erklatschten Zugaben zogen begeisterte Zuhörer sowie Küchen- und Theken-Crew in einer Polonaise zu „Ring of Fire“ von Johnny Cash durch Hof und Kneipenräume. Es lebe der Rockn'Roll – die „Alte Post bot wieder einmal mehr beste Unterhaltung.


Einen Bericht im Internet vom Auftritt der Beverly Hillbillies aus dem "Odenwälder Echo" vom 7.6.2004 finden Sie ...hier.


Eine Kopie des Artikels

Bildergalerie vom Auftritt am 4.6.2004