Archiv: Duo Tête à Tête: "Hommage an Edith Piaf" 10. 03. 2006
Pressebericht von der Veranstaltung in der "Alten Post" am 10.März 2006
im "Odenwälder Echo", Ausgabe 13.03.2006 von Kirsten Sundermann:

Hommage an den „Spatz von Paris“
Konzert: Das Duo „Tête à Tête“ aus Worms begeistert in der Kleinkunstkneipe „Alte Post“ mit Chansons von Edith Piaf

BRENSBACH.
Unvergessen und geradezu Verkörperung des ausdrucksstarken französischen Chansons ist Edith Piaf, die 1963 im Alter von noch nicht einmal 48 Jahren starb. Ihr Grab auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise wird tagtäglich von Fans aus aller Welt besucht, und stets liegen frische Blumen auf der Marmorplatte.

Da nimmt es kaum Wunder, dass die Ankündigung eines Chansonabends mit Titeln der großen Künstlerin auch im Odenwald für Bewegung sorgte. Zumal die Brensbacher Kleinkunstkneipe „Alte Post“ mit Ulli Rollshausen eine Sängerin verpflichtet hatte, die auch äußerlich stark an das Original erinnerte: klein, schmal, und mit einer gewaltigen Stimme ausgestattet. Da waren am Freitagabend die beiden Räumchen der Kneipe denn auch bis zum Bersten gefüllt, und der quasi hautnahe Kontakt zwischen Interpreten und Publikum garantiert. Auch der großen Französin würde das gefallen haben.

Begleitet wurde Ulli Rollshausen von ihrem gleichfalls beeindruckenden Partner Christian Maurer am Klavier. Die beiden kommen aus Worms und bilden zusammen das Duo „Tête à Tête“ (Kopf an Kopf). Zwar dominierte die stets in schwarze Gewänder gehüllte Sängerin schon durch ihre Erscheinung, ihre pointierte Aussprache und viel Theatralik, aber gelegentlich sangen die beiden im Duett und zeigten dabei, dass sie auch Freches und Fröhliches drauf haben. Zum Beispiel bei dem flotten Lied „A quoi ça sert, l’amour“ (Wozu die Liebe gut ist), das die Piaf 1962 erstmals gesungen hat, zusammen mit ihrem letzten Liebhaber, dem rund 20 Jahre jüngeren Théo Sarapo.

Die Liebe war für den „Spatz von Paris“, als der die Piaf berühmt wurde, das beherrschende Thema ihres Lebens und ihrer Lieder. Meist endeten ihre Beziehungen unglücklich, was sicherlich auch in der Biografie der Französin begründet lag. Ihre Mutter hatte sich nie um die kleine Tochter gekümmert, die Großmutter sie fast verhungern lassen, der Vater sie schon im Alter von sieben Jahren mit auf die Straße genommen, wo er sich als Musikant seinen Lebensunterhalt verdiente.

Schon mit 15 hatte sie gelernt, sich allein durchzuschlagen und dabei manche Enttäuschung erlebt. Die sie dann in grandiose Lieder umsetzte. Ulli Rollshausen verstand es, die Biografie ihres Vorbilds lebendig werden zu lassen, indem sie kurze Erläuterungen gab und das aus der jeweiligen Situation heraus entstandene Lied vortrug. Wobei sie heftig mit litt, ganz wie es wohl die Piaf auch tat, von der Jean Cocteau sagte: „Jedes Mal, wenn sie singt, glaubt man, sie risse sich endgültig die Seele aus dem Leib.“

Das Publikum war begeistert – von der kräftig-rauchigen Stimme der Sängerin, von ihren ständig variierten schwarzen Gewändern, von der Direktheit ihres Vortrags. Und natürlich auch davon, die alten Ohrwürmer wieder zu hören, wie „Non, je ne regrette rien“, „Sous le ciel de Paris“ (Unter dem Himmel von Paris) oder den Welterfolg „Milord“.
Kirsten S
13.3.2006


Link zum Bericht im Odenwälder Echo


Bilder vom 10.03.06 in der KleinKunstKneipe "Alte Post":

 

 

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