Archiv:Cafe Melange "Kaffeehaus-Musik" 08. 12. 2006
Pressebericht von der Veranstaltung in der "Alten Post" am 8.Dez. 2006
im "Odenwälder Echo", Ausgabe 11.12.2006

Musik von dezentem Charakter
Auftritt: Mit „Cafe Melange“ stellt sich ein Quintett vor, das alte Ohrwürmer für viele Gelegenheiten intoniert

BRENSBACH. Die Liebhaber des heißen, anregenden Getränks schätzen ihn wegen seiner Zusammensetzung – halb Kaffee, halb Milch. Das ausgewogenen Mischungsverhältnis macht den typischen Geschmack beim „Kaffee Melange“ aus. Der aus dem Französischen stammende Begriff „Melange“ steht aber auch als Synonym für eine Verschmelzung verschiedenartiger Dinge oder Stilarten.

„Cafe Melange“ – so nennt sich eine Gruppe junger und jung gebliebener Künstler, die sich der gemütlichen Kaffeehausmusik verschrieben hat und am Freitag in der „Alten Post“ in Brensbach aufspielte. Zum Brensbacher Weihnachtsmarkt hatte die Kleinkunstkneipe wieder geöffnet und zu warmen Getränken, gutem Wein und liebevoll zubereiteten kleinen Snacks eingeladen. Für einen unaufdringlichen, unterhaltsamen Ohrenschmaus sorgten die fünf Musiker mittels Akkordeon, Geige, Gitarre und Gesangseineinlagen, bei denen reifere Jahrgänge unter den Gästen schon einmal vergnügt alle Strophen mitsangen.

Tonangebend mit seiner stimmlichen Tiefe, seiner Größe und seinem Gewicht war Dietmar Wirschke, der lässig eine Hand in der Hosentasche versenkte und mit der anderen seine Liedtexte gestikulierend unterstrich. Auf dem musikalischen Spaziergang durch die zwanziger und vierziger Jahre traf er den „Bel Ami“, „Donna Clara“ und die Elisabeth mit ihren schönen Beinen. Der „Kleine grüne Kaktus“ stach immer noch, und die „Kleine Konditorei“ zeigte sich offen für Liebende. Selbst Operettenschönheiten wie „Was kann der Sigismund dafür“ und der „Arme Wandergesell“ gaben sich ein Stelldichein, denn „Die Nacht ist nicht allein zum schlafen da...“

Der Sänger und Schlagzeuger der „Pädchesdribbler“ hatte für die neue Formation „Cafe Melange“ zwei weitere gute Bekannte aus der Odenwälder Mundartband mitgebracht: Den versierten bärtigen Bassisten Roger (Rodscher) Uhlmann mit seiner Gitarre und die Sängerin, Percussionistin und Virtuosin auf dem Akkordeon, Juliane Weber.

Unterstützt werden sie von den neunzehnjährigen Zwillingen Anika und Angelika Jurek. Die zehn Minuten ältere Anika führte konzentriert den Geigenbogen und setzte mit ihrer Melodieführung bei den Csardas-Stücken den ungarischen Akzent. Angelika führte mit Juliane Weber die klangliche und rhythmische Bandbreite des Akkordeons vor, auch als Ziehharmonika, Schifferklavier oder Quetschkommode bekannt. Französisches Flair vermittelten sie mit ihren Musette-Weisen: In diesem populären Genre der Unterhaltungsmusik aus Frankreich im Dreivierteltakt oder verwandten Taktarten macht die Akkordeoninterpretation den charakteristischen Klang aus.

Der „Spaßfaktor“ spielt bei dem Quintett eine große Rolle, dessen Kaffeehausmusik einen leichten und ruhigen Musikrahmen bieten will für harmonisches Beisammensein, bei dem man sich auch unterhalten oder etwas essen kann. Mit ihrem Programm, das sie auf weitere Musikrichtungen ausweiten wollen, können sie sich Auftritte in Cafés, bei Vernissagen und Brunchbüfetts vorstellen. Für die Auftrittsmöglichkeit in der Alten Post bedankten sie sich bei Bernd Lochschmidt der noch einmal hervorhob, dass sich das Team der Brensbacher Kleinkunstkneipe genau diese Förderung von Initiativen „auf die Fahne geschrieben habe“.

Die Gäste genossen es, sich zu unterhalten, zu speisen, aufzumerken bei bekannten Stücken und dabei mit dem Fuß im Takt mitzuwippen, um sich dann wieder dem Tischnachbarn zuzuwenden. Die Künstler, die teils als freiberufliche Musiklehrer arbeiten oder sich noch im Studium befinden, demonstrierten ihr Können mit gelassener Heiterkeit und Souveränität. Die Gäste in der urigen Kneipe verbrachten einen wohltuend entspannenden Abend weit ab von Stress und Hektik der Vorweihnachtszeit.

Sabine Koch
11.12.2000


Link zum Bericht im Odenwälder Echo: http://www.echo-online.de/suedhessen/template_detail.php3?id=415930


Bilder vom 08.12.06 in der KleinKunstKneipe "Alte Post":

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