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| Archiv: Petra Bassus 23.1. 2009 |
Text vom Pressebericht "Blau als Fahrkarte ins Vergnügen" mit Petra Bassus im "Odenwälder Echo" vom 26.1.09 von Kirsten Sundermann:
Blau als Fahrkarte ins Vergnügen
Kleinkunst - Darmstädter Jazzlady und Chansonette Petra Bassus und ihre Freunde kommen bestens an in der PostBRENSBACH. Stupsnase, keck der Mund, hochelegant das Outfit: So präsentierte sich die Darmstädter Jazzlady und Chansonette Petra Bassus am Freitag vor einem kleinen, aber feinen und gut gelaunten Publikum in der Brensbacher Kleinkunstkneipe Alte Post. Die Texte der meist munteren Lieder stammen von dem leicht schrägen Dichter und überzeugten WoWo-Isten (WoWo ist die Antwort auf DaDa) Friedhelm Kändler aus Hannover. Vertont hat sie Bassus' Partner am Klavier, Roland Erben (Dietzenbach).
Inhaltlich ging es oft um die Liebe, auch wenn die besungenen Beziehungskisten sich keinesfalls immer harmonisch darstellen. Aus Close to you, einem Glück versprechenden Anfang, wurde im Lauf des Vortrags ein Klos to you, um darin die Reste der einstigen Liebe zu ersäufen. Der Kommentar zum Leid der kleinen, weinenden Marie manche werden klüger, manche werdens nie macht die Sache nicht besser.
Herz zerreißend auch die Geschichten vom einsamen Wanderstiefel, dem polnischen Rettich oder der sensiblen Laus Plü, die auf einen fernen Planeten auswandern muss, um mit ihren Gefühlen zurecht zu kommen. Leichter macht es sich da der achtbare Nachbar in Barbaras Nachtbar, während sie einen vergnüglichen Abend allein mit mir verbringt, wo sie sich den frisch gekochten Tee selbst kredenzt und über die eigenen Witze wunderbar lachen kann.
Und warum heißt das Programm Zwei Farben Blau? Blau decke eben das gesamte Gefühlsspektrum ab, erklärte Petra Bassus, und diese Farbe erstrecke sich zwischen Himmel und Wasser, Trauer und Freude. Die Sängerin und Musiklehrerin steht seit mehr als 15 Jahren auf der Bühne. Und sie weiß, wovon sie spricht.
Die Gäste jedenfalls hatten ihre Freude an den pfiffigen Wortspielen und dem temperamentvollen Vortrag des Duos, sangen gelegentlich die Refrains mit und sparten nicht mit Beifall. Zum Erfolg des Abends trug auch diesmal die besondere Atmosphäre in dieser etwas anderen Kneipe bei: Alles dort ist klein, eng und familiär, Publikum und Interpreten stehen/sitzen ganz dicht nebeneinander. Da kann eine Sängerin auch mal Gedanken loswerden wie Du wirst geboren, da kannste nix machen. Und Petra Bassus kann auch mal außer der Reihe eine Überraschung für Gäste und Gastgeber (hier: ein gemeinnütziger Verein) mitbringen. An diesem Freitag war die Überraschung höchst lebendig und präsentierte sich in Form eines weiteren Gesangsduos: Jazzsängerin Jutta Loskill aus Frankfurt und Horst Bittlinger aus Idstein, der sie am Klavier begleitete und mit Solo-Variationen Sonderapplaus einheimste. Seine Partnerin hingegen begeisterte mit dem sinnlichen Timbre ihrer ausdrucksvollen Stimme. Meist tritt sie mit ihrer Jazzband Jutta Loskill Five in Frankfurter Lokalen auf. Sie solle bald wiederkommen, befand das Publikum, das bei Hausherrn Bernd Lochschmidt und Programmdirektor Willi Bischoff Mitspracherecht besitzt.
Zum Abschluss sangen und spielten die Vier gleichzeitig, so etwa eine eigenwillige Interpretation von Lilly Marleen, wobei es hinterm Klavier recht eng wurde.
Kirsten Sundermann
26.1.2009