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| Archiv: Aquarell "Saitensprünge der besonderen Art" 27. 01. 2006 |
Ferienlaune trotzt dem Frost
Konzert: Gitarrenduo Aquarell heizt den Besuchern in der Alten Post kräftig ein Musikalische Reise in warme Gefilde
BRENSBACH. Wer am Freitagabend einen Blick aus den Fenstern der Alten Post warf, sah aus den Schornsteinen der gegenüberliegenden Häuser den Rauch in steilen Säulen aufsteigen. Von den Minusgraden draußen war in dem Gastraum jedoch nichts zu spüren, denn drei Gitarristen und ein Schlagzeuger heizten den zahlreichen Zuhörern mit ihren flotten, rhythmusgeladenen Eigenkompositionen mächtig ein und sorgten für Ferienstimmung.Das seit 2002 bestehende Gitarrenduo Aquarell, Andreas Singer und Rainer Müller, hatte sich Verstärkung mitgebracht: Bassist Peter Teffert und Percussionist Werner Müller mit seinem Schlagwerk samt Congas und Bongos ergänzten das furiose Saitenspiel der dargebotenen Stücke von der CD Silencio. Bereits La Corrida begann mit perlenden Saitenklängen. Ebenso luftig und unbeschwert der Titel Aquamarin; leichtfüßig und tänzerisch kamen Fuente und Luna dOro daher. Während Poor Soul sich wohlig einschmeichelte, nahm Merluza die Besucher mit auf die Reise in warme, südliche Gefilde. Mediterran das balladeske, einlullende Sol. Meeresrauschen wurde eingeschaltet bei E-moción, eher etwas zum Träumen. Längst hatte die lautmalerische spanische Namensgebung verraten, dass einige Titel im Süden entstanden waren.
Die vier Musiker zwischen 34 bis 43 Jahren wohnen quasi um die Ecke in Lindenfels, Fürth und Rimbach. Hauptberuflich tätig ist das Quartett im Musikalienhandel, als Percussionlehrer, Sozial-pädagoge, Chemikant und als Technischer Leiter bei Radio Sunshine Live. In dieser Formation tritt das Quartett seit eineinhalb Jahren auf. Neben mitreißenden Klängen wie in Siracusa und Gol sowie dem feurigen Silencio, bei dem Peter Treffert und Werner Müller mit Staccato-Klatschen den Rhythmus forcierten, gab es auch Ausflüge in den Jazzbereich mit schnellen chromatischen Läufen und mächtigen Schlusssequenzen.
Ziel ihrer Ambitionen sei es, in einer doch eher hektischen Zeit das Richtige zum Abschalten oder Nachdenken, zum Tanzen oder Sitzen bleiben, aber vor allem zum Zuhören zu bieten. Dass sie mit ihren im Mittelpunkt stehenden Instrumentalstücken, die immer mit Gefühl und Technik, Harmonie und Melodie zelebriert werden und in Herz, Bauch und Bein gehen, genau den Ton getroffen haben, bewies der begeisterte Applaus.
Den musikalischen Farbtupfern von Aquarell konnte dann auch die eisige Januarkälte auf dem Heimweg nichts mehr anhaben.
Sabine Koch
30.1.2006
Link zum Bericht im Odenwälder Echo
Bilder
vom 27.01.06 in der KleinKunstKneipe "Alte Post":



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