Archiv: Kostas Antoniadis "Griechischer Abend" 6.5.2005

Text vom Pressebericht aus der "Alten Post" am 6.Mai 2005
im "Odenwälder Echo" , Ausgabe vom 9.5.05:

Wo die Musik zum Lebensgefühl wird
Kultur: Bouzoukispieler Kostas Antoniadis beschert Alter Post denkwürdigen Abend

BRENSBACH. Ob er nun – wie angekündigt – der brillanteste Bouzoukispieler im deutschsprachigen Raum ist, mag dahingestellt bleiben. Ein Virtuose jedenfalls ist dieser Kostas Antoniadis, der am Freitagabend in der Brensbacher Kleinkunstkneipe Alte Post eine Kostprobe seines Könnens gab. Unmittelbar vor seinem Auftritt sprach er mit dieser Zeitung über seine Musik, sein Land und seine Visionen. Demnach ist die Verbundenheit zur Heimat für den Griechen lebenswichtig und bestimmt sein ganzes künstlerisches Schaffen, das ihn immer wieder zurück zu seinen Wurzeln führt.

Als Konzert wollte er seinen Brensbacher Auftritt nicht verstanden wissen: „Ich will mit dem Publikum spielen“, so sein Wunsch. Der 1943 in Nordgriechenland geborene Antoniadis erlernte bereits mit zehn Jahren das Mandolinenspiel, und den Schritt zur Bouzouki tat er dann fünf Jahre später. Sein intensives autodidaktisches Studium der Spieltechniken großer Künstler und seine außergewöhnliche Begabung machten ihn schnell über die Grenzen seines Heimatlandes hinaus bekannt, und schon 1965 wurde er Berufsmusiker. Mit seinem Ensemble, dem bis zu fünf weitere griechische Musiker angehören, wurde er in Konzerthäusern vieler Länder Europas gefeiert.

So ehrte er die Alte Post, indem er sie unter diese Musikpaläste einreihte – mit einem fast vierstündigen Gastspiel mit seinem Partner Dimitrios Tsiligiris, der ihn mit Gitarre und Gesang begleitete. Neben einigen Stücken bekannter griechischer Interpreten wie Mikis Theodorakis vermittelte er vor allem echte griechische Volksmusik. Auch Elemente seiner neuen CD „Reflektionen“ gab der Protagonist zum Besten. Vierzigjährige Erfahrung als Bouzoukispieler und Solist klangen aus jedem seiner Stücke und zeugten jederzeit von seinem breiten musikalischen Repertoire auf der Bouzouki und der nur handtellergroßen Baglamas, einer Verwandten seines Hauptinstruments. Ein Mischpult und zwei mittelgroße Lautsprecher bildeten das elektronische Equipment, den Rest steuerten die beiden Künstler bei, die ihre Musik nicht spielten, sondern lebten.

Die Stimmung war bestens, und als sich der Künstler mit seinem Instrument unter das Publikum mischte, gab es denn auch kein Halten mehr. Temperamentvolle Soli wechselten sich ab mit gefühlvollen Balladen, und man fühlte sich nach Griechenland in eine der vielen Tavernen versetzt, fernab von Hektik und Stress, zumal das Ambiente und die griechischen Speisen und Getränke dieser kultigen Brensbacher Kleinkunstkneipe das Ihrige dazu taten. Die traditionellen griechischen Tänze wurden getanzt, und so mancher sah sich plötzlich umringt und umarmt von Freunden, Bekannten – und Unbekannten.

Wenn andererseits Partner Dimitros Tsiligiris mit seiner kraftvollen und doch einfühlsamen und einschmeichelnden Stimme die Zuhörer in seinen Bann schlug, konnte man sprichwörtlich die Nadel fallen hören in den alten Gemäuern der Künstlerscheune in Brensbach. Seine Lieder erzählten von Liebe und Leid, Trauer und Freude und wurden, so jedenfalls die Empfindungen aller, mit eigenem Herzblut vorgetragen.
Franz Hoffmann
9.5.2005

 


Bilder vom 6.5.05 in der KleinKunstKneipe "Alte Post":

 

 

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